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Alltag?

Autor: Janina | Datum: 09 Dezember 2010, 04:31 | Kommentare deaktiviert

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Hallo zusammen!

Nach längerer Zeit kommt jetzt mal wieder ein Blogeintrag von mir. Geschrieben habe ich ihn schon letzte Woche, leider gab es danach aber ein Problem mit dem Internet hier, sodass ich ihn jetzt erst hochladen kann. Also lasst euch von den Zeitangaben nicht verwirren.

Ich habe mir vorgenommen  an dieser Stelle mal meinen Alltag zu beschreiben, doch mir ist aufgefallen dass „Alltag“  eigentlich das falsche Wort dafür ist. Es ist mehr ein grober Plan der meinem täglichen Leben hier zugrunde liegt und dann permanent ergänzt und  verändert wird. Hier ist keine Woche wie die andere und bis jetzt gab es auch noch keine Woche, in der ich einfach nur meine normale Arbeit gemacht habe. Aber das stört mich zurzeit überhaupt nicht, so wird mir definitiv nicht langweilig und ich habe die Chance viele verschiedene Dinge zu erleben und kennen zu lernen.

Wie sieht also ein halbwegs normaler Tag bei mir aus?

Ich stehe um halb sechs auf, jogge dann ein bisschen über das P3W-Gelände, erfreue mich danach an einer kühlen Schöpfkellen-dusche, mache mich fertig und frühstücke. Da mein Frühstück  jeden Tag aus den gleichen Grundkomponenten besteht, bin ich in ihrer Kombination mittlerweile sehr experimentierfreudig geworden… es gibt nichts Essbares in meiner Umgebung dass der Erdnussbutter auf meinem Brot noch keine Gesellschaft geleistet hat.

So gegen halb neun  mache ich mich dann daran, das Nachmittagsprogramm für das Asrama vorzubereiten oder schaue mich um, in welchem Bereich des P3W gerade Hilfe gebraucht wird. Zwischen eins und halb drei gibt es irgendwann Mittagessen, danach habe ich Mittagspause, sofern nichts anderes ansteht.

Von vier bis sechs bin ich im Asrama Dorkas, einem Wohnheim für Mädchen zwischen 14 und 20 Jahren, die hier in der Stadt zur Schule gehen. Ich helfe dort bei den Hausaufgaben, übe mit ihnen Englisch und gestalte eine Art  Nachmittagsprogramm mit Spielen, Liedern etc.

Danach ist es auch schon dunkel, mein Arbeitstag beendet und ich habe ein bisschen Freizeit bis zum Abendessen. Im Anschluss daran unternehme ich dann irgendwas mit Freunden, gehe zum Jugendkreis, zum  Chor, oder habe ein bisschen Zeit für mich.

 Und dann wird es auch schon Zeit ins Bett zu gehen und darauf zu hoffen, dass man es schafft einzuschlafen bevor die kleinen Hundekinder vom P3W anfangen mit schriller Stimme mit ihren Eltern zu streiten, oder die letzten Gäste nach Hause kommen und sich mit Getöse bettfertig machen.

 

Aber nun zu den Ausnahmen und Ergänzungen:

Nachdem ich mit fast 2 monaten verspätung dann endlich meine KITAS bekommen habe konnte ich letzte Woche mit 2 Frauen vom P3W und rachel (Volunteer aus Amerika) für 4 tage nach Sarmi fahren. Das liegt ein gutes stück westlich von Jayapura an der Küste, ca. 6-7 Stunden Autofahrt über Schotterstraßen durch Wald und Feld. Dort wurde für die Frauen aus der Region dann eine Einheit zum Thema „Gesunde Ernährung“ gehalten. Außerdem hatten wir gelegenheit das einfache Leben auf dem Dorf zu erleben, mit den frauen zu kochen, essen und zeit zu verbringen. Es war wirklich schön und interessant. Der Regenwald hat mich mit seinen riesiegen Bäumen, seiner Vielfalt und geräuschkulisse tief beeindruckt und auch der endlos weite Strand und die einfachen Holzhaus Siedlungen.

Und diese Woche habe ich die Gelegenheit, mit den Mädchen des Asramas zur Schule zu gehen um zu sehen, wie Schule hier in Papua funktioniert. Es ist wirklich interessant und hilft mir, besser zu verstehen, wie und was sie im Unterricht lernen, um dann beim Nachmittagsprogramm oder der Hausaufgabenhilfe besser darauf eingehen zu können.

Heute zum Welt AIDS Tag hat Ibu Aginela, die auch für die VEM in Papua ist, allerdings aus Tansania kommt, dort in der Schule eine Einheit zum Thema HIV/ AIDS gehalten. Im Anschluss daran sind dann alle Schüler gemeinsam, mit Plakaten und dem Schlachtruf „One, two, three, four – Papua stop AIDS“ durch Padang Bulan gezogen  und haben Kerzen und AIDS-Schleifen an die Leute verteilt.

Und vor gut 2 Wochen war in Jayapura eine internationale Konferenz zur kulturellen Diversität Papuas im Kontext Melanesischer Kultur und Traditionen. Ich durfte an zwei Tagen auch an der Konferenz teilnehmen und habe es wirklich genossen, so viele Informationen zu bekommen und viele interessante Leute zu treffen. Es waren außer lokalen auch viele Internationale Sprecher eingeladen und das Angebot an Themen und Vorträgen war wirklich spannend. 

Und dann sind da noch so viele andere große und kleine Dinge die ich hier jeden Tag erlebe, aber für heute belasse ich es erst mal dabei.

Liebe Grüße aus Papua,

Janina

 PS: ich habe gerade erfahren, dass mein Rundbrief verschickt wurde und es schwierigkeiten mit der angegebenen e-mail adresse gibt.

Ich hab nochmal nachgeschaut und bemerkt, dass ich leider einen kleinen Fehler gemacht habe.

Es muss ....@googlemail.com      heißen, nicht     .... .de  

 Sorry!